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Item Number |
350 | |||
Name |
Republica de Cuba - Fidel Castro | |||
Location(s) |
Havanna, Havana, Habana | |||
Country |
Kuba | |||
Region |
Amerika | |||
Description |
Havanna, 07.07.1959, Maschinenschriftlich verfasster Erlass über die Enteignung des gestürzten Diktators Fulgencio Batista bzw. seiner Anhänger, die sich während seiner Herrschaft unrechtmäßig bereichert hatten, 6 Seiten inklusive detaillierter Auflistung der entsprechenden Namen und betroffenen Gesellschaften, 34,5 x 22,7 cm, links Klammerlöcher, Abheftlochung, blaues papiergedecktes Siegel über blauen Seidenbändern, Original-Signaturen "Fidel Castro R" von Fidel Castro als Premierminister (Primer Ministro) und Faustino Pérez Hernández als Minister für die Rückgewinnung veruntreuter Güter (Ministro de Recuperación de Bienes Malversados), zudem je 5 weitere Signaturen "F. C." und "F. Péz" am Rand von 5 Seiten. R12! Wichtiger Hinweis: Für Käufer innerhalb der Europäischen Union werden 19 % Umsatzsteuer auf Warenwert und Provision berechnet. Die Steuer wird separat ausgewiesen und ist für in Deutschland zum Vorsteuerabzug berechtigte Käufer erstattungsfähig, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Klärung der für den Käufer geltenden Steuer- und Zollbestimmungen obliegt diesem selbst. | |||
Description (English) |
Havana, 7 July 1959, Typewritten Decree on the expropriation of the deposed dictator Fulgencio Batista and his associates who had unlawfully enriched themselves during his rule, 6 pages including a detailed list of the relevant names and affected companies, 34.5 x 22.7 cm, pinholes at the left margin, filing holes, blue paper-covered seal over blue silk ribbons, original signatures “Fidel Castro R” of Fidel Castro as Prime Minister (Primer Ministro) and Faustino Pérez Hernández as Minister for the Recovery of Misappropriated Property (Ministro de Recuperación de Bienes Malversados), plus 5 additional marginal signatures each “F. C.” and “F. Péz” on 5 pages. R12! Important notice: For buyers within the European Union, 19% VAT will be charged on the hammer price and the commission. The VAT will be shown separately and can be reclaimed by buyers entitled to deduct VAT in Germany, provided the legal requirements are met. It is the buyer’s responsibility to clarify the tax and customs regulations applicable to them. | |||
Condition |
EF/VF | |||
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History (German) |
Die ehemals spanische Kolonie erlangte zwar kurze Zeit nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg im Jahr 1902 ihre formale Unabhängigkeit - ihre Souveränität aber blieb durch das Platt Amendment, das den USA bei Beeinträchtigung ihrer Interessen ein Interventionsrecht in Kuba gab, lange eingeschränkt. Diese Interessen betrafen auch die Innenpolitik Kubas, auf die man Einfluss hatte und auch nahm. Amerikanische Großunternehmer wie Rockefeller, Guggenheim und Morgan verhalfen General Gerardo Machado y Morales 1925 ins Präsidialamt. Machado war ein nationalistischer Diktator, der vom ersten Tag seiner Präsidentschaft an politische Gegner verfolgte, sie ermorden ließ oder ins Exil trieb. 1933 kam es zum Generalstreik und zum Sturz Machados. In Folge verständigten sich die führenden politischen Parteien unter maßgeblicher Vermittlung des US-Sondergesandten Sumner Welles auf eine Präsidentschaft von Carlos Manuel de Céspedes y Quesada - der den revolutionären Vorgängen im Land jedoch nichts entgegenzusetzen hatte. Der Sergeant Fulgencio Batista y Zaldívar ergriff seine Chance und stürzte noch im selben Jahr die Interimsregierung durch den sogenannten „Aufstand der Sergeanten“. Batista galt damit als „Führer der Revolution“ und wurde von 1933 bis 1939 zum Oberbefehlshaber der Armee. Aufgrund der immer präsenten Interventionsdrohung der USA setzte er zunächst verschiedene Marionettenpräsidenten ein, ehe er 1940 mit großer Mehrheit selbst zum Präsidenten gewählt wurde. Bereits zuvor hatte er maßgeblichen Einfluss auf die Verabschiedung der Kubanischen Verfassung von 1940. Sie sprach sich dabei für Landreform, Allgemeine Schulpflicht, Mindestlohn und weitere linke Ideen aus - und war weithin als eine der progressivsten Verfassungen der damaligen Zeit anerkannt. Batista fand jedoch schnell auch Gefallen am Kapitalismus, weshalb er 1944 bei den Präsidentschaftswahlen nicht mehr selbst antrat und sich in Florida niederließ. 1948 kehrte er in die kubanische Politik zurück, indem er zwar in Abwesenheit zum Senator gewählt wurde, aber letztlich wenig politischen Einfluss hatte. Als Lobbyist und verlängerter Arm amerikanischer Mafiosi, der Batista zwischenzeitlich geworden war, lebte er trotzdem ganz gut. Im Vorfeld der Wahlen 1952 gründete der wieder nach der Macht strebende Batista eine eigene Partei, auch wenn die Siegeschancen gering waren. Drei Monate vor den Wahlen unternahm er erfolgreich einen Militärputsch und errichtete ein autoritäres Regime, unter dem es zur teilweisen Außerkraftsetzung der Verfassung von 1940 und zur Unterdrückung der Opposition kam. Dies rief auf Seiten der politischen Gegner den jungen Rechtsanwalt Fidel Alejandro Castro Ruz auf den Plan. Dessen Klage gegen den Militärputsch wurde vom Obersten Gerichtshof abgewiesen, woraufhin Castro das in der Verfassung verankerte Widerstandsrecht in Kraft getreten sah und den gewaltsamen Sturz Batistas vorbereitete. Ein am 26. Juli 1953 erfolgter Angriff einer von Castro angeführten Guerillatruppe auf die Moncada-Kaserne von Santiago schlug fehl - woraufhin Castro zunächst zwei Jahre ins Gefängnis musste. Nach seiner Begnadigung ging er 1955 zunächst ins Exil. Sein Weg führte ihn in die USA und später nach Mexiko, von wo aus er im Dezember 1956 mit 82 Guerilla-Kämpfern zurückkehrte. Mitglied dieser „Bewegung des 26. Juli“ war unter anderem der argentinische Arzt Che Guevara. In den Folgejahren entstanden überall auf Kuba Widerstandsgruppen und die Bewegung gegen Batista erfasste zunehmend alle Gesellschaftsschichten. Nachdem Revolutionäre am 31. Dezember 1958 die Stadt Santa Clara einnahmen, floh Batista am 1. Januar 1959 mit einigen Gefolgsleuten und rund 40 Millionen Dollar in bar im Gepäck in die Dominikanische Republik. Erster Präsident der Revolutionsregierung wurde am 3. Januar 1959 mit Manuel Urrutia Lleó ein Vertreter des bürgerlichen Lagers. Urrutia hatte ebenfalls am Widerstand gegen Machado und Batista teilgenommen und bereits 1957 in seiner Funktion als Richter in der östlichen Provinz Oriente 150 angeklagte Revolutionäre freigelassen. Castro hingegen hatte noch vor der Revolution behauptet, er strebe nicht nach persönlicher Macht und wolle sich nach dem Sturz des alten Regimes ins Privatleben zurückziehen. Da er jedoch in Massenversammlungen und Fernsehansprachen die Politik der Revolutionsführung vorgab, wurde er de facto der neue Regierungschef Kubas. Am 16. Februar 1959 übernahm er dann auch formal das Amt des Ministerpräsidenten. Nach und nach entfernte er die bürgerlich-liberalen Anhänger innerhalb der Anti-Batista-Bewegung und ersetzte sie durch prokommunistische Gefolgsleute. Letztlich drängte er auch Manuel Urrutia zum Rücktritt, indem er ihn in einer viel beachteten Fernsehansprache zur Begründung seines eigenen zwischenzeitlichen Rücktritts vom Posten des Premierministers am 17. Juli 1959 Taten bezichtigte, „die an Hochverrat grenzten“. So habe er die Regierungsgeschäfte dadurch behindert, dass er die Regierung „ohne jeden Beweis“ des Kommunismus verdächtigt habe - dabei sei weder die revolutionäre Bewegung kommunistisch noch Castro selbst ein Kommunist. Zehn Tage zuvor unterzeichnete Castro jedoch diesen Erlass, der den gestürzten Diktator Fulgencio Batista und seine Anhänger, die sich während seiner Herrschaft unrechtmäßig bereichert hatten, von den veruntreuten Gütern enteignen sollte. Mitverantwortlich war der Leiter des mit dem Amtsantritt von Präsident Manuel Urrutia Lleó am 3. Januar 1959 gegründeten Ministeriums für die Rückgewinnung veruntreuter Güter (Ministerio de Recuperación de Bienes Malversados), der Befehlshaber der Rebellenarmee Faustino Pérez Hernández. Allein 1959 beschlagnahmte das Ministerium Wertsachen im Gegenwert von 400 Millionen Pesos. Nachdem im weiteren Verlauf Eigentum von Bürgern und Unternehmen der Vereinigten Staaten im Umfang von rund einer Milliarde US-Dollar enteignet worden war, verhängte US-Präsident Dwight D. Eisenhower 1960 ein Embargo gegen Kuba - heute das am längsten andauernde Handelsembargo in der modernen Geschichte. Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb prägte Fidel Castro als Staats- und Regierungschef 49 Jahre lang die Entwicklung seines Landes - und wurde damit zum Helden der internationalen Linken sowie zum Sinnbild des Widerstands gegen den Kapitalismus des Westens. | |||
History (English) |
The former Spanish colony formally gained independence in 1902, shortly after the Spanish–American War – but its sovereignty remained heavily restricted for a long time under the Platt Amendment, which granted the United States the right to intervene in Cuba whenever its interests were threatened. These interests extended to Cuba’s internal politics, where the U.S. exercised significant influence. American industrial magnates such as Rockefeller, Guggenheim, and Morgan helped General Gerardo Machado y Morales attain the presidency in 1925. Machado was a nationalist dictator who, from the very first day of his presidency, persecuted political opponents, had them murdered, or drove them into exile. In 1933, a general strike led to Machado’s overthrow. Subsequently, the leading political parties, under the decisive mediation of U.S. special envoy Sumner Welles, agreed on Carlos Manuel de Céspedes y Quesada as president – but he proved unable to counter the revolutionary developments in the country. Sergeant Fulgencio Batista y Zaldívar seized the opportunity and, later that same year, overthrew the interim government in the so-called “Sergeants’ Revolt.” Batista became known as the “Leader of the Revolution” and served as commander-in-chief of the army from 1933 to 1939. Due to the ever-present threat of U.S. intervention, he initially installed various puppet presidents before being elected president himself in 1940 by a large majority. Even before this, he had played a key role in the drafting of the 1940 Cuban Constitution, which provided for land reform, compulsory education, minimum wage, and other left-leaning measures, and was widely recognized as one of the most progressive constitutions of its time. Batista, however, quickly developed an affinity for capitalism, and in 1944 he chose not to run for re-election, instead settling in Florida. In 1948, he returned to Cuban politics when he was elected senator in absentia, though he had little real influence. As a lobbyist and intermediary for American mobsters, Batista lived comfortably despite his limited political power. Ahead of the 1952 elections, in his renewed bid for power, Batista founded his own political party, although his chances of winning were slim. Three months before the election, he successfully staged a military coup and established an authoritarian regime that partially suspended the 1940 constitution and suppressed the opposition. Among his opponents was the young lawyer Fidel Alejandro Castro Ruz. Castro’s legal challenge to the coup was dismissed by the Supreme Court, prompting him to invoke the right of resistance enshrined in the constitution and to prepare for Batista’s violent overthrow. On July 26, 1953, a guerrilla force led by Castro attacked the Moncada Barracks in Santiago, but the assault failed, and Castro was imprisoned for two years. After his pardon in 1955, he went into exile, first in the United States and later in Mexico, from where he returned in December 1956 with 82 guerrilla fighters. Among the members of this “26th of July Movement” was Argentine doctor Che Guevara. In the years that followed, resistance groups emerged across Cuba, and opposition to Batista spread to all segments of society. After revolutionaries captured the city of Santa Clara on December 31, 1958, Batista fled on January 1, 1959, to the Dominican Republic, accompanied by several associates and roughly \$40 million in cash. On January 3, 1959, Manuel Urrutia Lleó, representing the bourgeois faction, became the first president of the revolutionary government. Urrutia had participated in the resistance against both Machado and Batista and, as a judge in Oriente Province in 1957, had ordered the release of 150 accused revolutionaries. Before the revolution, Castro had claimed he did not seek personal power and intended to retire from public life after the fall of the old regime. However, through mass rallies and televised addresses, he effectively set government policy and became the de facto head of Cuba’s new leadership. On February 16, 1959, he formally assumed the office of prime minister. Gradually, he removed bourgeois-liberal elements from the anti-Batista coalition and replaced them with pro-communist allies. Ultimately, he pressured Urrutia into resigning, accusing him in a widely watched televised address – given to explain Castro’s own temporary resignation as prime minister on July 17, 1959 – of actions “bordering on high treason,” claiming Urrutia had hindered the government by “without any proof” suspecting it of communism. Just ten days earlier, however, Castro had signed a decree authorizing the confiscation of property from deposed dictator Batista and his associates who had enriched themselves unlawfully during his rule. This measure was co-directed by Faustino Pérez Hernández, commander of the Rebel Army and head of the Ministry for the Recovery of Misappropriated Property (Ministerio de Recuperación de Bienes Malversados), founded with the inauguration of President Manuel Urrutia on January 3, 1959. In 1959 alone, the ministry seized assets valued at 400 million pesos. When, in the ensuing period, property belonging to U.S. citizens and companies worth around one billion U.S. dollars was nationalized, U.S. President Dwight D. Eisenhower imposed an embargo on Cuba in 1960 – the longest-standing trade embargo in modern history. Nevertheless, or perhaps precisely because of this, Fidel Castro shaped the course of his country as head of state and government for 49 years, becoming a hero of the international left and a symbol of resistance to Western capitalism. | |||
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